Pereiro nach Ameixial

Gestern gab es einen sehr schönen Sonnenuntergang und eine kühle Nacht folgte.

Wir sind morgens weitergefahren nach Westen. Da wir gerne das Inland sehen möchten, bewegen wir uns auf kleinen, kurvigen Landstraßen langsam vorwärts. Das Land ist extrem hügelig zerklüftet.

Unser Ziel hieß Ameixial, ein Ort mit zwei Plätzen für Wohnmobile. 

Beim ersten Platz haben wir nur Wasser genommen und sind dann zum zweiten, kleineren weitergefahren. Hier stehen wir mit nur wenigen anderen und haben Strom und alles, was wir brauchen, ohne etwas zu bezahlen! Campingverhalten ist nicht gestattet, aber die Dauercamper auf dem anderen Platz haben uns sowieso nicht gefallen. Hier wurden wir freundlich begrüßt. Der Ort könnte zur Illustrierung des A… der Welt dienen. Tankstelle, Kneipe, Kirche, Kramlädchen, Friedhof. Aber für uns als Station gastfreundlich und wunderbar ruhig!

Pereiro

Der Vollständigkeit halber muss noch erwähnt werden, dass um den See herum und auch am Stellplatz vorbei heute Motocross gefahren wurde, was wohl das Sonntagsvergnügen der Landjugend war.

Wir haben einen Spaziergang ins Dorf unternommen, das in sonntagnachmittäglicher Stille erstarrt war.

Die einzigen Lebewesen, die wir zunächst sahen, waren Katzen und Hühner.

Wie auf Verabredung erschienen gegen halb fünf plötzlich auch Menschen, die uns freundlich begrüßten. Gegen halb sechs verschwanden dann endlich die Knatterräder und himmlische Ruhe kehrte ein!

Pomarao nach Pereiro

Über die gleichen Straßen wie bei der Anreise fuhren wir heute Morgen zurück bis Mértola. Dann folgten wir den Wegweisern Richtung Alcoutim und durchfuhren wieder eine wunderschöne, hügelige Landschaft, durchschnitten von tiefen Flusstälern.

Wir hatten kurz überlegt, Jürgens Tipp zu einem Stellplatz hoch über Alcoutim zu folgen, haben uns dann aber für den unten im Ort entschieden. Dort angekommen, fanden wir zwar einen Platz, aber er war uns viel zu eng. Wir haben kurz nachgesehen in der Stellplatz-App und sind 15 Kilometer weitergefahren nach Westen zum Platz bei Pereiro. Zu unserem Ziel der nächsten Zeit, dem Cabo de Sao Vicente, müssen wir ja sowieso nach Westen.

Hier gibt es ein riesiges Areal, auf dem wir weit entfernt von Nachbarn unseren Vagabund geparkt haben.

Vorne gucken wir auf Zistrosenbüsche, die aber noch nicht blühen. Bachstelzen und Lerchen laufen Futter suchend umher. 

Aus dem „Küchenfenster“ sehen wir weiter unten einen kleinen See, 

gegenüber aus dem Fenster sieht man in der Ferne die spanischen Höhen jenseits der Guadiana. 

Hinter uns im Anschluss an unseren unbefestigten Platz gibt es einen asphaltierten, auf dem auch mehrere Womos stehen. Dahinter ist der Ort Pereiro zu sehen.

Es gibt eine V+E, Wasser und Strom, wenn man sich im Ort token dafür holt, und auch einen Grillplatz.

Zum Grillen lud das Wetter allerdings nicht ein, weil es zeitweise sehr bewölkt und hier auf der Höhe auch windig war. Wir waren trotzdem froh, nicht in Alcoutim unten im Gedränge geblieben zu sein, zumal wir vorher zweimal so schön ruhig am Fluss gestanden hatten und ihn in Alcoutim nicht mal sahen.

Ruhetag in Pomarao

Unsere neuen Bekannten sind heute Morgen in verschiedene Richtungen abgereist und wir blieben fast alleine zurück.

Wir haben zuerst ein bisschen in der Sonne gesessen, und als sie nicht mehr strahlend schien, sind wir ein wenig flussaufwärts spazieren gegangen. Es gab nochmal einen schönen Aussichtspunkt auf Pomarao mit den Bootsanlegern und der verfallenen ehemaligen Erzverladestation.

Die Frühlingsblumen leuchteten auch hier überall, die wir vorher immer im Vorüberfahren in den Wiesen bewundert hatten. Die weißen Blüten sind wohl Kamillen und keine Gänseblümchen, wie Gisela geschrieben hatte.

Außerdem sahen wir grüne Pflanzen, die wir nicht kennen. Vielleicht kann uns jemand aufklären?

In den Mandelbäumen summte und brummte es von Bienen.

Später haben wir noch einen Spaziergang zu den Bootsstegen unternommen, aber keinen Segelbootseigner gesprochen. Nur zwei englische Paare, die einen Ausflug von der spanischen Seite hierher unternommen hatten. Eins der beiden Paare lebt die Hälfte des Jahres in seinem eigenen Haus unweit von hier und hat einen Nachen hier liegen für Bootsausflüge.

Mértola nach Pomarao

Als wir aufwachten, war es draußen richtig nebelig. Erst im Laufe des Frühstücks wich der Nebel allmählich der Sonne.

Wir waren heute in Pomarao mit Gabi und Jürgen verabredet, die wir bisher nur über ihre website http://www.camping-bus.de und über facebook kannten. Über sie hatten wir sehr nützliche Tipps für unsere erste Wohnmobilreise bekommen und wir waren gespannt auf das Kennenlernen. Die Überraschung gestern war, dass wir uns in Castro verde auf einer Kreuzung schon zum ersten Mal getroffen und erkannt haben, weil wir Fotos voneinander kannten. Wir gingen gerade zu Fuß zur Basilika, während die beiden auf der Durchreise nach Pomarao an uns vorbeifuhren, anhielten und uns begrüßten.

Heute also sind wir zum offiziellen Treffen über eine sehr schmale Straße von Mértola nach Pomarao gefahren 

und haben uns direkt am Rio Guadiana an der Grenze zu Spanien zu Gabi und Jürgen und ihren beiden Schweizer Freunden Jürg und Nic gestellt.

Es wurde ein wunderschöner Tag, zuerst in der Sonne sitzend, miteinander im Café do Cais lecker zu Mittag essend

und dann noch bis in den späten Abend miteinander plaudernd draußen zusammensitzend. Die anderen hatten viel aus ihren Womoreisen im Sommer nach Norwegen und Schweden zu berichten und von den Portugal- und Marokkoreisen im Winter. Und vom Segeln war auch die Rede, weil Jürg ein Segelboot im Mittelmeer hatte.

Castro Verde nach Mértola

Nach einer ruhigen Nacht haben wir Wasser genommen, sind zur Entsorgung gefahren, haben beim Bezahlen nochmal das Gedränge der anderen Camper bewundert und haben den Campingplatz dann verlassen.

Wir haben den Vagabund auf dem Parkplatz des nahegelegenen Intermarché abgestellt und haben uns zu Fuß zur sehenswerten Basilika aus dem 16. Jahrhundert aufgemacht. Darin sind Kachelbilder zur Erinnerung an die Befreiungsschlacht von den Mauren im nahegelegenen Ourique im 12. Jahrhundert zu bewundern. Sehr stimmungsvoll war die Musik, die in der Kirche erklang.

Draußen neben der Basilika blühte schon eine Bougainvillea 


und auf dem Platz davor trugen manche Bäume schon junge Blätter.

Die Alten saßen am Kreisverkehr und genossen auch die Sonne.

Nach einem Einkauf und unserem Mittagsbrot folgte eine wunderschöne Fahrt über Landstraßen nach Mértola. Wir sahen Felder, weiß von Gänseblümchen, Schafe, Pferde, Störche, Alleen aus Eukalyptusbäumen und eine sanft gewellte Landschaft, in die sich ab und an ein paar Häuser schmiegten.

In Mértola haben wir uns an die Guadiana gestellt.


Später am Nachmittag sind wir zur Burg aufgestiegen.

Von oben hatten wir dann einen tollen Blick!

Es war ein eindrucksvoller Tag mit noch einer Überraschung, von der morgen erst berichtet wird!

Silves nach Castro verde

Heute bei der Abreise ging alles glatt. Vorher haben wir uns von unseren Nachbarn verabschiedet, die auch weiterfuhren. 

Unsere Fahrt ging zuerst zurück Richtung Küste zur Gasfüllstation Movel in Boliqueime. Dorthin kamen ständig neue Wohnmobile während unseres Aufenthaltes. Der Mann, der die Flaschen füllte, hat uns sogar zum Vagabund begleitet und überprüft, ob alles korrekt funktionierte. 

Ganz in der Nähe gibt es einen Aldiladen, in dem wir einen Großeinkauf getätigt haben. Es gab viele deutsche Produkte wie z.B. Quark, über die wir uns gefreut haben. Auf dem Parkplatz haben wir uns frische Brötchen schmecken lassen.

Unser heutiges Ziel Castro Verde erreichten wir über recht gut ausgebaute Straßen nach ca. 100 km Fahrt. Die Fahrt ging zuerst durch hügeliges Gelände mit vielen Oliven- und Orangenhainen, später weiter oben auch durch ein kargeres, sehr unbewohntes Gelände. Bergab wurde es wieder lieblicher, Schafe mit Lämmern und Kühe mit Kälbern sahen wir auf den Weiden und dabei die netten Dörfer, in denen die Wände aller Häuser weiß gestrichen sind, worüber rote Dächer leuchten. Und als I-Tüpfelchen die vielen Störche auf ihren Nestern, fliegend oder in sumpfigen Wiesen nach Nahrung suchend. Eine richtige Bilderbuchlanschaft! Leider habe ich kein Foto davon! 

Heute ist es uns zu spät, Castro Verde anzusehen. Morgen ist auch noch ein Tag. Wir stehen auf einem gebührenpflichtigen Platz, der Gott sei Dank groß genug ist, dass wir ganz alleine stehen können und nur Amselgesang und anderes Vogelgezwitscher hören. Trotzdem haben wir Strom und WLAN. Am Eingang gibt es Parzellen dicht an dicht, wo die Wohnmobilfahrer tatsächlich alle auf einem Haufen stehen – das verstehe, wer will!